PCS Rail

PCS Rail in der Praxis:
Baureihe 481 bei der S-Bahn Berlin.

Seit über 80 Jahren bildet die S-Bahn das Rückgrat des Berliner Nahverkehrs. Im Rahmen der Olympiabewerbung Berlins beschloss die Deutsche Bahn 1992 die Neuanschaffung von 500 Zügen. Bis 1994 wurde die Basis zwischen Bombardier Transportation und der S-Berlin GmbH für eine neue Fahrzeuggeneration geschaffen, um die Züge, die teilweise noch aus den 20er und 30er Jahren stammten, abzulösen.

Zunächst wurden 100 Viertelzüge geordert – mit einer Option auf 400 weitere. PCS, damals noch unter dem Namen Fahrzeugausrüstung Berlin GmbH, wurde mit der Entwicklung und Lieferung von über 40 Komponenten beauftragt. Den Schwerpunkt bildete die komplette Hilfsbetriebeausrüstung einschließlich Führerraumklimatisierung und Beleuchtung. Erstmalig wurden neue Wege der Leistungselektronik beschritten, rechnergestützte Leittechnik eingesetzt und umfangreiche Diagnosetechnik entwickelt. Für die Absicherung der Entwicklungsergebnisse wurde die gesamte elektrische Ausrüstung als System im Labor aufgebaut.

Die Erprobung begann 1995 zuerst auf der Hennigsdorfer Prüfstrecke. Im Anschluss erfolgte der erste Einsatz im Netz der Berliner S-Bahn, betreut durch die gemeinsam besetzte Servicestelle. Am 11.12.1996 erfolgte der offizielle Einsatz der Baureihe im Netz der Berliner S-Bahn auf der Linie S7.

Von Beginn an wurde das Fahrzeug von den Fahrgästen angenommen. Deshalb löste die S-Bahn die Option auf die restlichen 400 Viertelzüge ein. für PCS herrschte damit bis 2004 Planungssicherheit – und der Auftrag trug wesentlich zur Fertigungsauslastung bei.

Durch Veränderungen im Streckennetz, in der Fahrgastakzeptanz, in Verkehrsverträgen der S-Bahn mit den Ländern Berlin und Brandenburg wurde 2002 die Lieferung von drei durchgehend begehbaren Halbzügen vereinbart.

Über die Jahre hat sich die Reihe 481 als die Baureihe mit der höchsten Verfügbarkeit aller Neubaufahrzeuge der DB entwickelt: Die Verfügbarkeit liegt über 99 Prozent. Gemeinsam mit dem Kunden wurden kontinuierlich weitere Verbesserungen erarbeitet, darunter auch Hard- und Softwareänderungen. Alle Maßnahmen wurden von einem Serviceteam direkt vor Ort begleitet. Der Gesamtprozess wurde vom Vorstand der Deutschen Bahn und von der Leitung von Bombardier Transportation als beispielhaft für eine positive Zusammenarbeit bewertet.

Auf Basis dieser Ergebnisse konnte PCS auch den Zusatzauftrag „Hauptuntersuchung" realisieren, der die Prüfung und Aufarbeitung der von PCS gelieferten Komponenten für ca. 140 Viertelzugausrüstungen beinhaltete. Auch nach Liefer- bzw. Garantie-Ende gewährleistet PCS die hohe Kundenzufriedenheit durch kurze Reparaturzeiten und eine stabile Versorgung mit Ersatzteilen.

Die Übergabe des 500. Zuges im August 2004 fiel zusammen mit dem 80jährigen Bestehen der Berliner S-Bahn. PCS hat also ein Stück Berliner S-Bahn Geschichte mitgeschrieben. Darauf sind wir schon ein bisschen stolz.